Dienstag, 16.07.2024 21:17 Uhr

Endlich - das lang ersehnte GEG ist da....

Verantwortlicher Autor: Riesenberg Berlin, 09.09.2023, 18:08 Uhr
Presse-Ressort von: Dieter Kurt Bericht 8964x gelesen
...aber eventuell nicht mehr lange
...aber eventuell nicht mehr lange  Bild: Riesenberg

Berlin [ENA] Nun ist es raus: Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) wurde im Bundestag verabschiedet. Die Einigkeit über dieses Gesetz war nicht überwältigend und auch die Bezeichnung "verabschiedet" ist eventuell nicht sehr präzise. Vielen wäre es lieber gewesen, man hätte sich "davon" verabschiedet.

Es sollte der große Wurf für die Zukunft der Wärmeenergieversorgung der Gebäude in der Bundesrepublik werden. Egal wo, ob Stadt ob Land, die Energie, die unsere Häuser und Wohnungen, Büros, Hotels sowie private und öffentliche Einrichtungen auch an kälteren Tagen bewohnbar macht, soll künftig nur auf erneuerbaren Ressourcen beruhen. In Kraft tritt das Gesetz mit Wirkung vom 1. Januar 2024. Damit soll der Klimaschutz im Gebäudebereich endlich verbessert werden. Allerdings können bisher keine verbindlichen Aussagen über die Einsparungen am schädlichen CO2 Ausstoß getroffen werden. Das GEG soll auch unmittelbar ab 2024 erst einmal für Neubauten gelten.

Alle neu installierten Heizungen sollen mit mindestens 65% erneuerbarer Energie betrieben werden. Wenn man sich an die Informationen und Diskussionen im Vorfeld des Gesetzes erinnert, bekam man eigentlich den Eindruck, dass hier nur die sogenannten Wärmepumpen favorisiert seien. Daran hat sich auch bisher nichts geändert, schaut man nur auf die überall gegenwärtige Werbung. Aber es soll natürlich auch die Erlaubnis zum Einbau anderer Heizsysteme geben. Pellet- oder Holzheizungen sollen ebenso erlaubt sein wie Hybridheizungen. Diese Hybridheizungen vereinen dann erneuerbare Energie mit dem Einsatz von Öl oder Gas. Wie das dann im Verhältnis 35/65% berechnet wird ist noch unklar, zumal auch die Warmwasserbereitung anfällt.

Wenn man das Gesetz richtig verstehen sollte, könnte der Betreiber sogar noch Ölheizungen neu einbauen, sofern diese mindestens 65% Biodiesel einsetzen. Am interessantesten ist jedoch der Hinweis auf Stromdirekt-Heizungen, kann man ja auch mit Solarstrom betreiben. Der BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.) hat dazu bereits 2022 ein Konzeptpapier erarbeitet, dessen Lektüre man zum besseren Verständnis der Möglichkeiten u.a. empfehlen kann. (Ist im Internet unter BDEW abrufbar)

Allerdings gehen mit dem "Durchpeitschen" des Gesetzes durch den Bundestag wichtige Fragen und Probleme nicht verloren. Es gibt keine sicheren Aussagen darüber, wie groß die Auswirkung dieser Massnahmen auf das Klima ist. Es gibt keine belastbaren Berechnungen des infolge des Verbaus der neuen Heizungen erhöhten Stromverbrauchs. Zumal man ja noch nicht die Entscheidung der jeweiligen Immobilieneigentümer oder anderer Verantwortlicher für die jeweilige Heizungsart kennt. Über die Kosten bestehen auch nur wage Schätzungen. Jeder Hauseigentümer weiss, dass der Kostenanteil der Heizungs- und Warmwasseranlage nicht unbeträchtlich ist. Vergleiche mit anderen Regionen verbieten sich.

Eines steht aber - so glaube ich nach meiner Erfahrung - bereits fest: Nicht nur die beteiligte Industrie wird die Projekte in ihrem Interesse vorantreiben, sondern viele "Energieberater" stehen schon mit geballtem Wissen in den Startlöchern um dem verunsicherten Bürger hilfreich "unter die Arme" zu greifen. Also die Möglichkeit der Schaffung neuer Arbeitsplätze ist gegeben aber trotz einer Zuwanderung von mehr als 3 Millionen Menschen, werden die benötigten Arbeitskräfte zur Durchsetzung dieses ehrgeizigen Projektes nicht ausreichen. Genauso wenig wie die finanziellen Mittel vieler betroffener "Häuslebesitzer".

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