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Dauerbrenner Rente!

Verantwortlicher Autor: Dieter Kurt Berlin, 12.12.2025, 15:51 Uhr
Presse-Ressort von: Dieter Kurt Bericht 6261x gelesen
Die Anzahl der 100jährigen nimmt weiter zu
Die Anzahl der 100jährigen nimmt weiter zu  Bild: Collage Riesenberg

Berlin [ENA] Um zu erkennen, dass die Menschen im Durchschnitt immer älter werden, muss man keine großen Statistiken auswerten. Die Realität ist täglich erkennbar, die Anforderungen an die Versorgung der immer älter werdenden Menschen steigen und diese Erfahrungen treffen immer mehr Familien.

Es ist zumindest kein Geheimnis: Die Menschen in unserem Land werden im Durchschnitt immer älter. Das mag erfreulich klingen, sagt aber nichts über die Lebensqualität in den letzten Lebensjahren aus. Die Prophezeiung, dass jede zweite weibliche Person, die jetzt geboren wird, die Chance hat 100 Jahre oder älter zu werden, klingt zwar interessant - ist aber völlig ohne Bedeutung. In unserem Sozialsystem ist es aus Erfahrung kaum möglich, die Entwicklung über mehr als 20 Jahre mit Sicherheit voraus zu sagen. So wurde die Pflegeversicherung erst 1995 eingeführt und hat seitdem zahlreiche Änderungen erfahren, jedoch der Zufriedenheitsgrad hält sich in Grenzen.

Die Renten hatten bisher ihr festes Fundament im sogenannten Generationenvertrag. Das Prinzip ist eigentlich genial und wäre auch zukunftssicher, wenn da nicht die demographische Entwicklung wäre. Die macht einfach nicht mit. Somit scheint es, als wäre die Unruhe in der jungen Generation voll berechtigt. Verständlich ist sie allemal. Lösungen sind für dieses Problem nicht wirklich in Sicht. Der Anreiz, die Geburtenzahl zu steigern, ist ja augenscheinlich nicht sehr effektiv. Die Zuwanderung - selbst bei noch höherer Anzahl und günstiger Altersstruktur - wird dieses Problem nicht lösen. Dass man die Belastung der Sozialsysteme gegenwärtig nicht optimal in den Griff bekommt, ist offensichtlich.

Also werden Beschlüsse gefasst, die das Problem nur verschieben aber nicht lösen. Da man mit relativ leeren Händen und wenigen akzeptablen Ideen jedoch für die Zukunft vorsorgen will, sucht man den kleinsten gemeinsamen Nenner. Mit druckvollen Argumenten wird so ein kurzlebiges Gesetz verabschiedet, von dem man heute schon weiss, dass es die Probleme nur verschiebt. Von einer Lösung kann keine Rede sein. Man mag sich gar nicht vorstellen, was dem Normalverdiener bei der gegenwärtigen Entwicklung seiner Lebenshaltungskosten "durch den Kopf geht", wenn er noch ständig ermahnt wird, für die Rente ein Kapitalpolster zu schaffen.

Gleichzeitig denkt man darüber nach, ob man neben der Ertragsbesteuerung dann auch noch Sozialbeiträge vom Ertrag abziehen kann. Wie toll das alles in der Vergangenheit funktioniert hat, sieht man heute noch in der Begeisterung für die Riester-Rente. Dass aber auch eine kapitalgedeckte Altersvorsorge nicht ohne Risiko ist, kann man u.a. bei den Freien Berufen sehen. Viele Leser werden vielleicht davon gehört haben, dass insbesondere die Zahnärzte in Berlin und Brandenburg um die Höhe ihrer künftigen Altersbezüge bangen müssen. So ist das, wenn die Hoffnung auf spätere Gewinne den leichtsinnigen Umgang mit finanziellen Mitteln ermöglicht. Dann bleibt die Sicherheit - sofern überhaupt möglich - auf der Strecke.

Nun kann man die Frage stellen, ob man denn selbst einen besseren Vorschlag hätte. Nein - aber um zu erkennen, dass ein Ei faul ist, muss man auch selbst kein gutes legen können. Auf jeden Fall sollte erst einmal Klarheit über die Verwendung der vorhandenen Mittel und Möglichkeiten bestehen. Mir fiel bei meinen Recherchen auf, dass in der Transparenz der Verwendung der Finanzen, die von zahlenden Bürgern bereitgestellt werden, wenig Klarheit besteht. Der Autor kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier aus Mangel an Vorbereitung ein zeitschaffendes Alibigesetz verabschiedet wurde.

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