Montag, 24.09.2018 21:11 Uhr

Endspurt für die elektronische Gesundheitskarte

Verantwortlicher Autor: Riesenberg Berlin, 28.06.2017, 19:06 Uhr
Presse-Ressort von: Dieter Kurt Bericht 5622x gelesen

Berlin [ENA] Bis Mitte nächsten Jahres sollen ca. 150000 Arzt- und Zahnarztpraxen mit wieder neuen Systemen zur Datenerfassung ausgestattet sein. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass ab 1. Juli 2018 alle Praxen zur Online-Prüfung der Versichertendaten verpflichtet sind. Das setzt natürlich wiederum die Einführung neuer Technik in den Praxen voraus sowie die Direkteinbindung der Praxissoftware in das Internet.

Die Ärztezeitung informiert auf der Grundlage eines Gespräches mit Verantwortlichen des BMG, dass noch erhebliche Zweifel bestehen, ob der Zeitplan für die termingerechte Durchführung des Vorhabens eingehalten werden kann. Noch ist nicht in vollem Umfang geklärt, ob die Hersteller bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt genügend zertifizierte, zugelassene Geräte liefern können. Die Finanzierung dieser Geräte scheint zumindest im Ansatz geklärt - sie liegt in der Verantwortung der Krankenkassen. Um jedoch in den Arzt- und Zahnarztpraxen die Voraussetzungen zu schaffen, benötigt es noch wesentlicher Mittel, die mit Sicherheit wieder auf die Ärzteschaft abgewälzt werden.

Laut Gematik sollen erste Geräte im Herbst 2017 zur Verfügung stehen. Die bereits in den Praxen vorhandenen und genutzten Geräte sind damit wieder einmal für den "Schrott" vorgesehen. Darüber hinaus ist wiederum zu erwarten, dass die Softwarefirmen sich die Einbindung in die Praxissoftware erneut gut bezahlen lassen werden. Auf diesem Wege wird ein neuer Faktor zur schleichenden Erhöhung der Kosten in den Arztpraxen geschaffen. Es gibt Erkenntnisse, dass die Anbindung an ein schnelles Internet , welches Voraussetzung für eine sichere Funktion des geplanten Einsatzes der eCard ist, noch nicht in allen Praxen gewährleistet ist. Auch ist nicht in vollem Umfang geklärt, was passiert, wenn in der Praxis ein Lesegerät ausfällt.

Man darf gespannt sein, ob der gesetzte Zeitplan überhaupt einzuhalten ist. Eine Terminverschiebung wäre nicht verwunderlich und bei der dann fast 15jährigen Vorlaufphase auch nicht sonderlich überraschend. Man kann davon ausgehen, dass bei der rasanten Entwicklung der Informationstechnik die vorhandenen Geräte in diesem speziellen Fall "beim Kunden nachreifen". Die damit verbundenen Probleme tragen dann die Arztpraxen, die Kosten ebenfalls. Für den Patienten gibt es im "Ernstfall" dann bestimmt schon eine App. Auf alle Fälle lohnt es sich, diese Thema im Auge zu behalten.

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