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Wie jedes Jahr - das Sommerloch

Verantwortlicher Autor: Riesenberg Berlin, 30.07.2015, 16:51 Uhr
Presse-Ressort von: Dieter Kurt Bericht 5887x gelesen

Berlin [ENA] Es ist Haupturlaubszeit in Deutschland, die Politiker sind ebenfalls abgetaucht und obwohl brennende Themen wie Flüchtlingspolitik, Konflikte in Europa und in der Welt weiterhin existieren und unvermindert unsere volle Aufmerksamkeit benötigten, werden jetzt Themen gebucht, die immer wieder das Interesse aller wecken - die Medizin. Genauer gesagt, die Zahnmedizin, denn hier ist irgendwie immer mal jeder betroffen.

So wurde am 29. Juli in der ZDF-Sendung "ZDFzoom" ein Film von Hannes Vogel ausgestrahlt, der sich mit der Frage der Preisgestaltung beim Zahnarztbesuch beschäftigt. Das allein hätte ja durchaus ein informativer und auch lehrreicher Beitrag werden können, wäre die Darstellung nicht so eindeutig negativ verallgemeinernd. Es wurde festgestellt, dass es um den Verbraucherschutz seit 2005 sehr schlecht bestellt ist. Verbraucher in diesem Sinne sind die Patienten. Deren beispielhafte Darstellung allerdings ist an sich schon fragwürdig. Getreu dem bekannten Motto: "Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten" wurden extreme Negativbeispiele ausgewählt und so dargestellt, als wären diese Fälle die Regel.

Hannes Vogel will aufzeigen, dass das Vertrauen der Patienten in den Zahnarzt fehl am Platz ist. Die Zahnärzte würden mehrheitlich die Patienten zu unnötigen und teuren Behandlungen raten, um ihnen dabei tief in die Taschen zu greifen. Aber damit nicht genug, es wird behauptet, die Krankenkassen selbst hätten kein Interesse, an diesem System etwas zu ändern. Sie sparen schließlich an der Selbstbeteiligung der Patienten. Da kommen natürlich die heilbringenden Vorschläge gerade recht, die den Patienten zur "Zweit- und Drittmeinung" auffordern oder ihn auf die kostensparende Zahnersatzherstellung im Ausland hinweisen. Leider hat diese Betrachtungsweise einen entscheidenden Haken.

Beim Hinweis auf die Zweitmeinung wird nur auf die Preisgestaltung Einfluss genommen, ohne Bezug auf die Diagnose und die therapeutische Konsequenz. Zum Hinweis auf die Möglichkeit einer Herstellung des Zahnersatzes im Ausland (meist in China, Malaysia oder Türkei) kann man feststellen, dass es durchaus preisgünstiger sein kann - vor allem ist es aber scheinbar sehr sinnvoll, mit den Versicherungsbeiträgen Arbeitsplätze z.B. in China zu sichern. Schon die ausgewählten Patienten, die im Beitrag ihre Geschichte erzählen und mir dabei irgendwie etwas lebensuntüchtig erscheinen, machen den Beitrag sehenswert. So ist z. B. die tiefgründige Frage, ob man für seinen Zahnersatz die Urlaubsmittel kürzen muss, durchaus diskussionswürdig.

Insgesamt wird ein Bild vermittelt, das den Eindruck erweckt, jeder Patient müsse bei seiner selbständigen Entscheidung unbedingt "an die Hand genommen" werden und wie immer muss die Politik Regelungen schaffen um das normale Miteinander noch weiter zu regulieren. Vielleicht ist aber der Autor des ZDF-Beitrages noch in einem Alter, wo er bisher wenig therapeutischen Kontakt zu Ärzten hatte und somit den Begriff IGeL noch nie gehört hat - vielleicht muss er irgendwann mal zum Augenarzt. Aber eventuell sind die Zahnärzte ja auch alle wirklich so? Dann verwundert es nicht, dass solch raffgieriger Kollege Afrikas Lieblingslöwen "Cecile" erschossen hat. Allerdings war es ein Zahnarzt aus den USA - wie BILD berichtet. Die sind halt alle so.

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