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Wahlkampf durch Verunsicherung?

Verantwortlicher Autor: Riesenberg Berlin, 30.08.2016, 22:37 Uhr
Presse-Ressort von: Dieter Kurt Bericht 4909x gelesen
...muss Sicherheit gewährleisten können.
...muss Sicherheit gewährleisten können.  Bild: Fotomontage Riesenberg

Berlin [ENA] So manchem wird der Auftritt des deutschen Innenministers nach der Absage des Fussball-Länderspiels in Hannover gegen Oranje - wegen erhöhter Terrorgefahr -noch in guter Erinnerung sein. Die Erläuterung war wie gewohnt allgemein gehalten und klang zunächst wenig spektakulär.

Konkreten Nachfragen begegnete er mit recht allgemeinen und etwas schwammigen Aussagen, hatte aber dann doch noch die große Aufmerksamkeit auf seiner Seite. Er beendete nämlich seine Ausführungen mit dem Satz: "Ein Teil dieser Ausführungen würde die Bevölkerung verunsichern!" Das war es doch! Endlich konnten alle Anwesenden ihre innere Ruhe wiederfinden. Wer hätte das gedacht, mit einem kurzen Zusatz war das Vertrauen in die aktuelle Politik und die Zuversicht für die Gewährleistung der Sicherheit der Bevölkerung wieder hergestellt. So einfach geht das - oder nicht? Man könnte den Eindruck gewinnen, dass hier mit kleinen Dosen "Angstmacherei" Politik betrieben wird.

Große Ängste schüren geht ja nicht, das hat man ja schon der Afd ins Stammbuch geschrieben. Da man aber angesichts der bevorstehenden Wahlen diese Thematik nicht aus den Augen verlieren darf, wird sie eben in kleinen Portionen verteilt. So verwundert es den aufmerksamen Beobachter gar nicht, dass nunmehr nebenbei "durchsickert", man müsse den Zivilschutz unbedingt wieder aktualisieren und Voraussetzungen für einen Katastrophen-Überlebensschutz unbedingt und kurzfristig verbessern. Nach der "unbedachten" Schnellmeldung wurde zwar abgewiegelt aber in viel gelesenen Zeitungen kamen im Wochenverlauf zahlreiche Tipps, um den Zeitraum nach der Katastrophe einigermassen komfortabel zu gestalten - auch wenn es nur wenige Wochen wären.

So wurden Listen veröffentlicht, nach denen man sich bei der bevorstehenden Sicherheitsbevorratung orientieren kann. Wer sich solch eine Liste mal vor Augen führt und kurz und knapp überschlägt, welche Kosten pro Person zusammenkommen, der wird staunen. Bei einem Überschlag mit geringsten Discountpreisen und in Frage kommender Mindestbevölkerungszahl, wäre es ein kurzfristig freizusetzender Betrag von mindestens 10 Milliarden Euro. Und das gerade, wo die Lebensmittelindustrie zu "knabbern" hat und eine Empörungswelle wegen zu vieler vernichteter Lebensmittel durch unser Land geht. Vor allem könnte man die Kaufkraft auch noch mit kurzlebigen Gütern abschöpfen. Sicher wird man auch im Finanzministerium schon nachrechnen.

Bei der Frage nach den Gründen wird abgewiegelt. Nein, es ist keine Terrorgefahr, es könnte ja ein längerer Stromausfall sein, die Computertechnik in der ganzen westlichen Welt ist sowieso verwundbar und wann der nächste Sonnensturm zu erwarten sein wird, ist auch nicht so ganz klar - und außerdem würde ein Teil der weiteren Antworten die Bevölkerung nur verunsichern. Das lässt uns doch wieder ruhig schlafen - oder?

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