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Digitaler Binnenmarkt: Acht neue Supercomputer in der EU

Verantwortlicher Autor: Gerhard Rippert Brüssel, 19.06.2019, 13:50 Uhr
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Bruxelles - Rue de la Loi
Bruxelles - Rue de la Loi  Bild: Gerhard Rippert

Brüssel [ENA] Acht Standorte für Hochleistungsrechenzentren in der gesamten EU sind für den Betrieb der ersten europäischen Supercomputer ausgewählt worden. Sie werden die europäischen Forscher, Industrie und Unternehmen bei der Entwicklung neuer Anwendungen in einer Vielzahl von Bereichen unterstützen.

Das Gemeinsame Unternehmen für europäisches Hochleistungsrechnen (EuroHPC) hat acht Standorte für den Betrieb von extrem leistungsfähigen Computern der neuen Generation in acht verschiedenen Mitgliedstaaten ausgewählt. Damit soll Europa weltweit zu einer führenden Region auf dem Gebiet des Hochleistungsrechnens werden. Diese Standorte befinden sich in Sofia (Bulgarien), Ostrau (Tschechische Republik), Kajaani (Finnland), Bologna (Italien), Bissen (Luxemburg), Minho (Portugal), Maribor (Slowenien) und Barcelona (Spanien).

Supercomputer zur Entwicklung innovativer Anwendungen

In den Hochleistungsrechenzentren wird die Entwicklung wichtiger Anwendungen in Bereichen - wie personalisierte Medizin, Entwicklung von Arzneimitteln und Werkstoffen, Biotechnik, Wettervorhersage und Klimawandel - unterstützt. An den Betreiberkonsortien dieser Zentren nehmen insgesamt 19 der 28 am gemeinsamen Unternehmen beteiligten Länder teil. Zusammen mit den Finanzmitteln der EU ergibt sich ein Gesamtbudget von 840 Millionen EUR. Demnächst werden die genauen Finanzierungsregelungen für die neuen Supercomputer in Aufnahmevereinbarungen festgelegt.

Bedeutung der Hochleistungsrechner in heutiger Zeit

Die enormen Kapazitäten der Hochleistungsrechner werden gebraucht, um strategische Autonomie und Innovationen zu fördern, somit auch Wachstum und Arbeitsplätze. Wichtige Anwendungsbereiche sind etwa die Entwicklung von Frühwarnsystemen für extreme Wettereignisse oder in der Pharmazie, um z.B. molekulare Prozesse und Wechselwirkungen eines neuen Wirkstoffes mit dem menschlichen Gewebe zu modellieren. Supercomputer sind für komplexe Simulationen, etwa in der Luftfahrt- und Automobilindustrie, unverzichtbar. Ihre immense Bedeutung bei der Auswertung großer Datenmengen ist ohnehin längst bekannt.

Somit stellen die neuen Supercomputer eine äußerst wichtige Komponente bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz dar und fördern Europas Stärken auf Gebieten wie Cybersicherheit und Blockchain. Letztendlich erwartet die Politik, dass durch die Investition in Hochleistungsrechenzentren die Wettbewerbsfähigkeit Europas im digitalen Bereich gesteigert wird und somit den EU Bürgern konkreten Nutzen bringt.

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